Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren: Die perfekte Symbiose
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Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren: Die perfekte Symbiose

Markus Lenz
6 Min. Lesezeit

Mit PV-Strom die Wärmepumpe betreiben und unabhängig werden. Rechenbeispiele und Tipps zur Dimensionierung.

Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe ist der Königsweg zur Energieunabhängigkeit. Mit selbst erzeugtem Solarstrom betreiben Sie Ihre Heizung nahezu kostenlos – und machen sich unabhängig von steigenden Energiepreisen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie groß Ihre PV-Anlage sein sollte, ob sich ein Batteriespeicher lohnt und welche Förderungen Sie 2026 in Düsseldorf und NRW nutzen können.

Warum Photovoltaik und Wärmepumpe perfekt zusammenpassen

Die Wärmepumpe mit Photovoltaik zu kombinieren, ist aus mehreren Gründen eine clevere Entscheidung:

  • Hebelwirkung der Wärmepumpe: Eine moderne Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom etwa 3–4 kWh Wärme (je nach Jahresarbeitszahl). Das bedeutet: Jede Kilowattstunde Solarstrom, die Sie in die Wärmepumpe stecken, spart Ihnen 3–4 kWh Heizenergie.
  • Kostenlose Wärme: Wenn der Strom vom eigenen Dach kommt, heizen Sie praktisch umsonst – abgesehen von den Investitionskosten, die sich über die Jahre amortisieren.
  • Unabhängigkeit: Mit jeder selbst erzeugten Kilowattstunde reduzieren Sie Ihre Abhängigkeit vom Stromversorger und schützen sich vor Preisschwankungen.
  • Klimaschutz: Die Kombination ist nahezu CO₂-neutral. Sie heizen mit Umweltwärme und Sonnenstrom – sauberer geht es kaum.
  • Wertsteigerung: Eine Immobilie mit PV-Anlage und Wärmepumpe ist zukunftssicher und erzielt höhere Verkaufspreise.

PV-Anlage Wärmepumpe Größe: So dimensionieren Sie richtig

Die richtige PV-Anlage Wärmepumpe Größe hängt von Ihrem Stromverbrauch ab. Als Faustregel für ein typisches Einfamilienhaus in Düsseldorf und Umgebung:

Empfohlene PV-Anlagengröße nach Nutzung

  • Nur Haushaltsstrom (4.000–5.000 kWh/Jahr): 5–7 kWp
  • Mit Wärmepumpe (+ 3.000–5.000 kWh/Jahr): 10–15 kWp
  • Mit Wärmepumpe + E-Auto (+ 2.000–4.000 kWh/Jahr): 15–20 kWp
  • Maximale Autarkie angestrebt: 20+ kWp (wenn Dachfläche vorhanden)

Eine 10 kWp Photovoltaikanlage erzeugt in Düsseldorf etwa 9.000–10.000 kWh pro Jahr. Eine durchschnittliche Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus benötigt etwa 4.000–5.000 kWh Strom jährlich. Mit einer passend dimensionierten Anlage können Sie also einen Großteil Ihres Wärmebedarfs solar decken.

Eigenverbrauch optimieren: Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit

Der Eigenverbrauch ist der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit Ihrer PV Wärmepumpe Kombination. Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen, desto mehr sparen Sie – denn der Bezugsstrom kostet derzeit etwa 35–40 Cent/kWh, während die Einspeisevergütung nur noch 8–9 Cent/kWh beträgt.

Eigenverbrauchsquoten im Überblick

  • Ohne Speicher, ohne Wärmepumpe: 20–30 % Eigenverbrauch
  • Ohne Speicher, mit Wärmepumpe: 30–45 % Eigenverbrauch
  • Mit Batteriespeicher (10 kWh), ohne Wärmepumpe: 50–60 % Eigenverbrauch
  • Mit Batteriespeicher (10 kWh) und Wärmepumpe: 60–80 % Eigenverbrauch

Die Wärmepumpe selbst erhöht bereits den Eigenverbrauch, weil sie einen erheblichen Teil des erzeugten Stroms direkt verbraucht – besonders in der Übergangszeit (Frühjahr/Herbst), wenn die Sonne scheint und geheizt werden muss.

Batteriespeicher: Lohnt sich die Investition?

Ein Stromspeicher für die Wärmepumpe erhöht den Eigenverbrauch deutlich. Die Frage ist: Rechnet sich das?

Rechenbeispiel: Batteriespeicher 10 kWh

  • Kosten Batteriespeicher (10 kWh): ca. 8.000–12.000 €
  • Steigerung Eigenverbrauch: +20–30 % (z. B. von 40 % auf 65 %)
  • Zusätzlich selbst genutzte kWh/Jahr: ca. 2.000 kWh
  • Ersparnis pro Jahr: 2.000 × 0,35 € = 700 €
  • Amortisation: 11–17 Jahre

Fazit zum Speicher: Ein Batteriespeicher lohnt sich aktuell vor allem dann, wenn Sie Wert auf maximale Unabhängigkeit legen oder wenn Sie vergünstigte Speicherpreise erzielen (z. B. durch progres.nrw Förderung: 150 €/kWh). Rein wirtschaftlich betrachtet ist es oft sinnvoller, das Budget in eine größere PV-Anlage zu investieren.

Praxis-Tipp für Düsseldorf:

Nutzen Sie die progres.nrw-Förderung für Batteriespeicher: 150 €/kWh Speicherkapazität. Bei einem 10-kWh-Speicher sind das 1.500 € Zuschuss. So verkürzt sich die Amortisationszeit erheblich. Mehr zur Landesförderung erfahren Sie in unserem Fördermittel-Überblick 2026.

Intelligentes Energiemanagement: Die Wärmepumpe clever steuern

Mit einem intelligenten Energiemanagement-System (EMS) holen Sie das Maximum aus der Photovoltaik Wärmepumpe Kombination heraus. Das System steuert die Wärmepumpe so, dass sie bevorzugt dann läuft, wenn Solarstrom verfügbar ist.

So funktioniert die Optimierung

  • PV-geführter Betrieb: Die Wärmepumpe startet, sobald genügend Überschuss-Solarstrom vorhanden ist. Das Haus wird „vorgeheizt", wenn die Sonne scheint.
  • Pufferspeicher als thermische Batterie: Ein größerer Pufferspeicher (500–1.000 Liter) speichert die tagsüber erzeugte Wärme für die Abend- und Nachtstunden. Das ist günstiger als eine Batterie!
  • Warmwasser-Boost: Das Warmwasser wird bei Solarüberschuss auf 55–60 °C erhitzt – höher als nötig, aber als kostenloser Wärmespeicher nutzbar.
  • Smart-Grid-Ready: Moderne Wärmepumpen haben eine SG-Ready-Schnittstelle, über die sie externe Steuersignale empfangen können.

PV Anlage Wärmepumpe Kosten: Was kostet die Kombination?

Die Kosten für Photovoltaik und Wärmepumpe setzen sich wie folgt zusammen:

Typische Investitionskosten (Einfamilienhaus)

  • PV-Anlage 10 kWp: 12.000–16.000 € (inkl. Montage, ohne MwSt.)
  • Batteriespeicher 10 kWh: 8.000–12.000 € (optional)
  • Wärmepumpe (Luft-Wasser): 25.000–40.000 € (inkl. Installation)
  • Energiemanagement-System: 500–1.500 €
  • Gesamtinvestition: 45.000–70.000 € (ohne Förderung)

Förderung reduziert die Kosten erheblich

  • Wärmepumpe (BAFA): 30–70 % der Kosten, je nach Boni (Einkommensbonus, Geschwindigkeitsbonus, Effizienzbonus). Bei 35.000 € Wärmepumpenkosten und 50 % Förderung: 17.500 € Zuschuss.
  • Batteriespeicher (progres.nrw): 150 €/kWh, bei 10 kWh: 1.500 € Zuschuss.
  • PV-Anlage: Keine direkte Förderung, aber 0 % Mehrwertsteuer seit 2023.

Nach Förderung kann sich die Investition auf 30.000–50.000 € reduzieren – und Sie sparen ab dem ersten Tag Energiekosten.

Rechenbeispiel für Düsseldorf: Vollkosten vs. Einsparung

  • Investition nach Förderung: 40.000 €
  • Bisherige Gaskosten: 2.500 €/Jahr
  • Neue Stromkosten (30 % Eigenverbrauch): 800 €/Jahr
  • Jährliche Ersparnis: 1.700 €
  • Einspeisevergütung: ca. 500 €/Jahr
  • Gesamtvorteil: 2.200 €/Jahr
  • Amortisation: ca. 18 Jahre (ohne Strompreissteigerung)

Die richtige Reihenfolge: Erst Wärmepumpe oder erst PV?

Idealerweise planen Sie beide Maßnahmen zusammen. Falls Sie schrittweise vorgehen müssen:

  1. Empfehlung: Erst die Wärmepumpe installieren – denn hier gibt es die höchste Förderung (bis 70 %), und die Gaspreise belasten Sie sofort.
  2. Anschließend die PV-Anlage nachrüsten – die Mehrwertsteuer-Befreiung läuft noch mindestens bis Ende 2026.
  3. Optional: Batteriespeicher ergänzen, wenn die Förderbedingungen günstig sind.

Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Wärmepumpen-Planung bereits die spätere PV-Integration. Der Pufferspeicher sollte groß genug sein (min. 500 Liter), und die Wärmepumpe braucht eine SG-Ready-Schnittstelle.

Voraussetzungen für die Kombination

Nicht jedes Gebäude eignet sich gleichermaßen für die Wärmepumpe mit Photovoltaik:

  • Dachfläche: Für 10 kWp benötigen Sie ca. 50–60 m² unverschattete Dachfläche (Süd, Ost-West oder flach).
  • Heizlast: Die Wärmepumpe muss zum Gebäude passen. Eine Heizlastberechnung nach DIN 12831 ist Voraussetzung für die BAFA-Förderung.
  • Heizsystem: Flächenheizungen (Fußbodenheizung) sind ideal, aber auch Altbauten mit Heizkörpern funktionieren oft besser als gedacht.
  • Elektroinstallation: Ausreichend dimensionierter Hausanschluss (oft 63 A für Wärmepumpe + PV erforderlich).

Fazit: Photovoltaik und Wärmepumpe – die beste Investition für Eigenheimbesitzer

Die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe ist technisch ausgereift, wirtschaftlich attraktiv und zukunftssicher. Mit der richtigen Dimensionierung, intelligentem Energiemanagement und den aktuellen Förderprogrammen machen Sie sich unabhängig von fossilen Brennstoffen und steigenden Energiepreisen.

Als Ihr Energieberater in Düsseldorf unterstütze ich Sie bei der Planung: Von der Heizlastberechnung über die optimale Anlagendimensionierung bis zur Förderabwicklung. Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses Erstgespräch und erfahren Sie, welche Lösung für Ihr Gebäude am besten passt.

Häufige Fragen

Wie groß sollte eine PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?

Für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe empfehlen sich 10–15 kWp. Mit E-Auto zusätzlich sind 15–20 kWp sinnvoll. Ohne Wärmepumpe reichen meist 5–7 kWp für den Haushaltsstrom. Die genaue Größe hängt vom Stromverbrauch der Wärmepumpe ab, der typischerweise 3.000–5.000 kWh/Jahr beträgt.

Lohnt sich ein Batteriespeicher bei PV und Wärmepumpe?

Ein Batteriespeicher (ca. 10 kWh) erhöht den Eigenverbrauch von 30–40 % auf 60–80 %. Die Amortisation dauert allerdings 11–17 Jahre. Mit der progres.nrw-Förderung (150 €/kWh) wird es attraktiver. Alternativ ist ein größerer Pufferspeicher oft die günstigere Lösung.

Wird die Kombination aus PV und Wärmepumpe gefördert?

Die Wärmepumpe wird über die BEG mit bis zu 70 % gefördert (Grundförderung 30 % + Boni). PV-Anlagen profitieren von der Mehrwertsteuer-Befreiung (0 % MwSt.). Batteriespeicher werden in NRW über progres.nrw mit 150 €/kWh bezuschusst.

Was kostet die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe?

Die Gesamtinvestition für ein Einfamilienhaus liegt bei 45.000–70.000 € (10 kWp PV + Wärmepumpe + optional Speicher). Nach Abzug der Förderungen reduziert sich der Eigenanteil auf ca. 30.000–50.000 €. Die jährliche Ersparnis gegenüber Gas beträgt typischerweise 1.500–2.500 €.

Kann ich die Wärmepumpe auch nachts mit Solarstrom betreiben?

Direkt nicht, da nachts keine Sonne scheint. Mit einem Batteriespeicher oder einem großen Pufferspeicher (thermische Batterie) können Sie tagsüber erzeugte Energie für die Nacht speichern. Alternativ läuft die Wärmepumpe nachts mit Netzstrom, der günstiger ist als die frühere Gasheizung.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Als zertifizierter Energieberater in Düsseldorf berate ich Sie gerne persönlich. Kostenlose Erstberatung — unverbindlich und kompetent.

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Über den Autor: Markus Lenz

Schornsteinfegermeister und BAFA-zertifizierter Energieeffizienz-Experte aus Düsseldorf. Mit jahrelanger Praxiserfahrung berate ich Sie kompetent zu allen Fragen rund um Energieeffizienz und Sanierung.

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