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Wärmepumpe nachrüsten 2026: Kosten, Förderung & Voraussetzungen – Ihre komplette Anleitung

Sie heizen noch mit Öl oder Gas und denken über eine Wärmepumpe nach? 2026 ist der beste Zeitpunkt: Die BAFA-Förderung deckt bis zu 40 % der Kosten, die Technik ist ausgereift und die Energiepreise machen den Umstieg wirtschaftlich attraktiver denn je. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie für die Nachrüstung wissen müssen – von der Typenwahl über die Förderstrategie bis zur Installation.

Warum eine Wärmepumpe 2026 sinnvoll ist

Eine Wärmepumpe ist längst keine Zukunftstechnologie mehr – sie ist die Gegenwart. Rund 70 % aller neu gebauten Wohngebäude in Deutschland werden bereits mit einer Wärmepumpe beheizt. Doch auch für Bestandsgebäude wird die Nachrüstung immer attraktiver. Der Grund: Die BAFA-Förderung für Wärmepumpen beträgt 2026 bis zu 40 % der förderfähigen Kosten. Bei einer typischen Luft-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus bedeutet das bis zu 6.000 Euro Zuschuss vom Staat.

Gleichzeitig steigt der CO₂-Preis kontinuierlich weiter. Seit Januar 2026 liegt er bei 55 Euro pro Tonne, was Heizöl und Erdgas zusätzlich verteuert. Wer heute noch fossil heizt, zahlt jedes Jahr mehr. Eine Wärmepumpe entkoppelt Sie von dieser Preisspirale, denn sie nutzt zu 75 % kostenlose Umweltenergie und nur 25 % Strom. Mit einer Photovoltaik-Anlage können Sie den Stromanteil sogar selbst erzeugen.

Dazu kommt: Ab 2024 gilt das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG), das bei einem Heizungstausch den Einsatz von mindestens 65 % erneuerbarer Energien vorschreibt. Eine Wärmepumpe erfüllt diese Anforderung problemlos. Wer jetzt handelt, kann die großzügige Förderung mitnehmen und gleichzeitig seine Heizkosten dauerhaft senken.

Wärmepumpen-Typen im Vergleich

Nicht jede Wärmepumpe passt zu jedem Haus. Die Wahl des richtigen Typs hängt von Ihrem Grundstück, dem Gebäudezustand und Ihrem Budget ab. Hier die drei gängigsten Varianten für die Nachrüstung im Bestandsbau:

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der beliebteste Typ für die Nachrüstung, weil sie am einfachsten zu installieren ist. Sie zieht Wärmeenergie aus der Außenluft und überträgt sie auf das Heizsystem. Selbst bei Außentemperaturen von minus 20 Grad Celsius funktioniert das zuverlässig, wenn auch mit etwas geringerem Wirkungsgrad.

  • Kosten: 8.000 bis 12.000 Euro (Gerät + Installation)
  • BAFA-Förderung: 25 % Grundförderung
  • Jahresarbeitszahl (JAZ): 3,0 bis 4,0
  • Vorteile: Keine Bohrung nötig, geringe Installationszeit, für fast jedes Grundstück geeignet
  • Nachteile: Geringerer Wirkungsgrad als Erdwärmepumpen, Außengerät kann Geräusche verursachen

Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme / Sole)

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs oder des Grundwassers als Wärmequelle. Dadurch erreicht sie die höchsten Wirkungsgrade aller Wärmepumpentypen. Der Nachteil: Die Installation erfordert eine Erdbohrung oder Flächenkollektoren, was die Anfangsinvestition deutlich erhöht.

  • Kosten: 15.000 bis 25.000 Euro (Gerät + Installation) plus 3.000 bis 5.000 Euro für die Bohrung
  • BAFA-Förderung: 35 bis 40 % (höchster Fördersatz wegen natürlichem Kältemittel und Effizienz)
  • Jahresarbeitszahl (JAZ): 4,0 bis 5,5
  • Vorteile: Höchste Effizienz, leiser Betrieb, ganzjährig konstanter Wirkungsgrad, auch zum Kühlen im Sommer geeignet
  • Nachteile: Hohe Anfangskosten, Bohrung genehmigungspflichtig, Platz für Erdkollektoren oder Bohrloch-Zugang nötig

Hybrid-System (Wärmepumpe + Gas-Brennwertkessel)

Das Hybrid-System kombiniert eine kleinere Luft-Wärmepumpe mit einem bestehenden oder neuen Gas-Brennwertkessel. Im Normalfall übernimmt die Wärmepumpe die Heizlast. Nur an besonders kalten Tagen springt der Gaskessel unterstützend ein. Dieses System eignet sich besonders für schlecht gedämmte Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen, bei denen eine alleinige Wärmepumpe unwirtschaftlich wäre.

  • Kosten: 12.000 bis 18.000 Euro (Wärmepumpe + Einbindung in bestehendes System)
  • BAFA-Förderung: 30 % (nur der Wärmepumpen-Anteil wird gefördert)
  • Jahresarbeitszahl (JAZ): 2,5 bis 3,5 (kombiniert)
  • Vorteile: Auch für ungedämmte Altbauten geeignet, Versorgungssicherheit, schrittweiser Umstieg möglich
  • Nachteile: Weiterhin fossiler Energieträger im Einsatz, zwei Systeme bedeuten doppelte Wartung

Schritt-für-Schritt: Wärmepumpe nachrüsten

Der Weg zur Wärmepumpe im Bestandsbau ist kein Hexenwerk, aber die richtige Reihenfolge ist entscheidend – besonders beim Förderantrag. Hier sind die sechs Schritte, die Sie beachten müssen:

Schritt 1: Eignung Ihres Gebäudes prüfen

Bevor Sie in die Planung einsteigen, sollten Sie diese fünf Fragen klären:

  1. Wie alt ist Ihr Gebäude? Häuser vor 1980 ohne nachträgliche Sanierung benötigen oft erst eine Dämmung, bevor eine Wärmepumpe effizient arbeitet.
  2. Wie gut ist die Dämmung? Fassade, Dach und Kellerdecke sollten zumindest einen mittleren Dämmstandard aufweisen. Ein Energieausweis gibt Auskunft über den aktuellen Zustand.
  3. Welche Vorlauftemperatur benötigt Ihre Heizung? Ideal sind Vorlauftemperaturen unter 55 Grad Celsius. Fußbodenheizungen arbeiten typischerweise mit 35 Grad, alte Radiatoren oft mit 70 Grad. Überdimensionierte Heizkörper können aber auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen ausreichen.
  4. Ist genug Platz für das Außengerät vorhanden? Eine Luft-Wärmepumpe benötigt einen Aufstellplatz im Freien mit mindestens drei Meter Abstand zu Nachbargebäuden (Schallschutz).
  5. Sind Erdbohrungen möglich? Für eine Sole-Wärmepumpe brauchen Sie entweder Platz für Flächenkollektoren oder die Genehmigung für eine Tiefenbohrung. In Wasserschutzgebieten kann das problematisch sein.

Schritt 2: Energieberatung und Heizlastberechnung

Eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN 12831 ist die Grundlage für die korrekte Dimensionierung Ihrer Wärmepumpe. Ohne diese Berechnung riskieren Sie eine zu große oder zu kleine Anlage – beides kostet Sie bares Geld. Ein zertifizierter Energieberater ermittelt den genauen Wärmebedarf Ihres Gebäudes und berücksichtigt dabei Dämmung, Fensterflächen, Raumhöhen und klimatische Bedingungen.

Die Kosten für eine Heizlastberechnung liegen bei 300 bis 600 Euro. Diese Investition rechnet sich mehrfach: Sie erhalten die optimal dimensionierte Anlage, vermeiden überhöhte Stromkosten und können die Berechnung für den BAFA-Förderantrag verwenden.

Schritt 3: Angebote von Fachbetrieben einholen

Holen Sie mindestens drei Angebote von qualifizierten Heizungsbauern ein. Achten Sie darauf, dass die Betriebe Erfahrung mit Wärmepumpen im Bestandsbau haben und nicht nur Neubauten ausstatten. Ein gutes Angebot sollte enthalten: Wärmepumpen-Typ und Hersteller, die geplante Heizleistung in kW, den hydraulischen Abgleich, die Demontage der alten Heizung sowie alle Nebenkosten wie Elektroanschluss und Fundamentarbeiten.

Schritt 4: BAFA-Förderantrag stellen – VOR der Beauftragung!

Kritischer Punkt: Die Reihenfolge beim BAFA-Antrag

Der BAFA-Förderantrag muss ZWINGEND vor der Beauftragung des Handwerkers gestellt werden. Wenn Sie zuerst beauftragen und dann den Antrag stellen, verlieren Sie den gesamten Förderanspruch! Es gibt keine Ausnahme von dieser Regel.

So gehen Sie bei der BAFA-Förderung richtig vor:

  1. Angebote einholen und vergleichen (Schritt 3)
  2. Online-Antrag auf der BAFA-Website stellen (Zuwendungsbescheid abwarten oder Antrag auf eigenes Risiko mit vorläufiger Bestätigung starten)
  3. Erst NACH Eingang der Zuwendungsbestätigung den Handwerker beauftragen
  4. Installation durchführen lassen
  5. Nach Abschluss: Verwendungsnachweis mit Rechnungen bei der BAFA einreichen

Schritt 5: Installation und Inbetriebnahme

Die eigentliche Installation einer Luft-Wärmepumpe dauert in der Regel zwei bis drei Tage. Darin enthalten sind die Demontage der alten Heizung, das Aufstellen des Außen- und Innengeräts, der Anschluss an das bestehende Heizsystem sowie die Elektroinstallation.

Ein wichtiger Bestandteil der Inbetriebnahme ist der hydraulische Abgleich. Dabei wird sichergestellt, dass jeder Heizkörper im Haus genau die richtige Menge Heizwasser erhält. Ohne hydraulischen Abgleich kann die Wärmepumpe nicht effizient arbeiten – einzelne Räume werden zu warm, andere bleiben kalt. Der hydraulische Abgleich ist zudem Voraussetzung für die BAFA-Förderung.

Schritt 6: BAFA-Abrechnung einreichen

Nach Abschluss aller Arbeiten reichen Sie den Verwendungsnachweis bei der BAFA ein. Dafür benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Rechnung des Fachbetriebs (mit detaillierter Aufschlüsselung)
  • Zahlungsbeleg (Kontoauszug oder Überweisungsbestätigung)
  • Fachunternehmererklärung (Bestätigung des Handwerkers über die fachgerechte Installation)
  • Energielabel der Wärmepumpe (Datenblatt mit JAZ und Leistungswerten)

Die Auszahlung der Förderung erfolgt in der Regel vier bis acht Wochen nach Einreichung der vollständigen Unterlagen.

Kostenbeispiele mit Förderung

Die folgenden drei Szenarien zeigen, welche Kosten Sie nach Abzug der BAFA-Förderung tatsächlich erwarten können. Alle Preise verstehen sich inklusive Installation und Inbetriebnahme.

SzenarioBruttokostenBAFA-FörderungEigenanteil
Luft-WP – EFH 120 m², Bj. 1995, gut gedämmt10.000 €-2.500 € (25 %)7.500 €
Wasser-WP + iSFP – 250 m², Bj. 1985, saniert22.000 €-8.800 € (40 %)13.200 €
Hybrid-System – EFH 150 m², Bj. 1975, teilsaniert15.000 €-4.500 € (30 %)10.500 €

Das Szenario mit der Wasser-Wärmepumpe zeigt eindrucksvoll, wie sich der Förderanteil durch einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) auf bis zu 40 % steigern lässt. Der iSFP bringt allein 5 Prozentpunkte Zusatzförderung – bei hohen Investitionssummen ein erheblicher finanzieller Vorteil.

Voraussetzungen für beste BAFA-Förderung (40 %)

Die BAFA-Grundförderung für Wärmepumpen liegt bei 25 %. Mit den richtigen Voraussetzungen können Sie den Fördersatz jedoch auf bis zu 40 % steigern. Dafür müssen mehrere Kriterien erfüllt sein:

1. Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorhanden

Wenn ein iSFP vorliegt und die Wärmepumpe als Teil der darin empfohlenen Maßnahmen installiert wird, erhalten Sie 5 % Zusatzförderung. Der iSFP wird selbst vom BAFA mit bis zu 650 € (EFH) bzw. 850 € (ab 3 WE) bezuschusst und bildet die Grundlage für eine ganzheitliche Gebäudesanierung. Er zeigt auf, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind.

2. Wasser-Wärmepumpe oder natürliches Kältemittel

Wärmepumpen, die Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle nutzen, erhalten einen Effizienzbonus von 5 %. Ebenso werden Luft-Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (wie Propan R290) mit diesem Bonus bedacht. Der Hintergrund: Diese Systeme sind besonders klimafreundlich und effizient.

3. Austausch einer fossilen Heizung (Klimageschwindigkeitsbonus)

Wenn Sie eine mindestens 20 Jahre alte Öl-, Gas- oder Kohleheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen, erhalten Sie den Klimageschwindigkeitsbonus von 20 %. Dieser Bonus ist der größte Einzelposten und macht den Umstieg besonders attraktiv. Wichtig: Die alte Heizung muss tatsächlich ausgebaut und entsorgt werden.

4. Hydraulischer Abgleich durchgeführt

Der hydraulische Abgleich ist seit 2024 eine Pflichtvoraussetzung für die BAFA-Förderung. Er stellt sicher, dass alle Heizkörper gleichmäßig versorgt werden und die Wärmepumpe mit optimaler Effizienz arbeitet. Die Kosten von 500 bis 1.000 Euro sind in der Förderung enthalten und werden mitgefördert.

Rechenbeispiel: Maximale Förderung

  • Grundförderung Wärmepumpe: 25 %
  • + Effizienzbonus (Wasser-WP / natürliches Kältemittel): 5 %
  • + iSFP-Bonus: 5 %
  • + Klimageschwindigkeitsbonus (Austausch fossil): 20 %
  • = Maximal förderfähig: 70 %, aber gedeckelt auf 40 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 Euro)

Wärmepumpe + Sanierung: Das optimale Paket

Die beste Strategie ist, die Wärmepumpe nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines umfassenden Sanierungskonzepts. Wer parallel zur Wärmepumpe auch die Gebäudehülle verbessert, profitiert doppelt: Die Wärmepumpe kann kleiner dimensioniert werden (geringere Kosten und höhere Effizienz), und die Einzelmaßnahmen werden ebenfalls gefördert.

Ein typisches Sanierungspaket für ein Einfamilienhaus in Düsseldorf sieht so aus:

  • Luft-Wärmepumpe installieren: 10.000 Euro
  • Kellerdecke dämmen: 4.000 Euro
  • Oberste Geschossdecke dämmen: 3.000 Euro
  • Fenster austauschen (Dreifachverglasung): 12.000 Euro
  • Hydraulischer Abgleich: 800 Euro
  • Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): ca. 2.000 Euro (BAFA-Zuschuss bis zu 650 Euro, Eigenanteil ca. 1.350 Euro)

Gesamtkosten: ca. 34.000 Euro brutto. Durch die Kombination verschiedener BAFA-Fördertöpfe (BEG Einzelmaßnahmen für Wärmepumpe, Dämmung und Fenster) können Sie Förderungen von insgesamt rund 10.000 Euro realisieren. Ihr tatsächlicher Eigenanteil liegt dann bei ca. 24.000 Euro – für ein rundum saniertes, zukunftssicheres Haus.

5 häufige Fehler beim Wärmepumpen-Einbau – und wie Sie sie vermeiden

Fehler 1: Zu klein dimensionierte Wärmepumpe

Eine unterdimensionierte Wärmepumpe kann an kalten Tagen die benötigte Heizleistung nicht erbringen. Die Folge: kalte Räume und hohe Stromkosten, weil der elektrische Heizstab permanent zuheizen muss.

Lösung: Lassen Sie immer eine professionelle Heizlastberechnung durchführen. Die Kosten von 300 bis 600 Euro sind gut angelegt und verhindern ein Vielfaches an Folgekosten.

Fehler 2: Kein hydraulischer Abgleich

Ohne hydraulischen Abgleich verteilt sich das Heizwasser ungleichmäßig. Heizkörper nah an der Pumpe werden zu heiß, weiter entfernte bleiben kalt. Die Wärmepumpe muss mit einer unnötig hohen Vorlauftemperatur arbeiten und verbraucht deutlich mehr Strom.

Lösung: Bestehen Sie darauf, dass der hydraulische Abgleich im Angebot enthalten ist. Er ist nicht nur fördertechnisch Pflicht, sondern spart dauerhaft Energie und Geld.

Fehler 3: BAFA-Antrag NACH der Beauftragung gestellt

Der häufigste und teuerste Fehler: Viele Hausbesitzer unterschreiben den Auftrag beim Handwerker und stellen erst danach den BAFA-Antrag. In diesem Fall wird der Antrag abgelehnt – ohne Ausnahme. Der Förderverlust beträgt schnell mehrere Tausend Euro.

Lösung: Halten Sie sich strikt an die Reihenfolge: Erst Angebote einholen, dann BAFA-Antrag stellen, dann (nach Bestätigung) den Handwerker beauftragen. Im Zweifel berät Sie Ihr Energieberater zur korrekten Vorgehensweise.

Fehler 4: Wärmepumpe in ein nicht gedämmtes Haus einbauen

Eine Wärmepumpe in einem vollständig unsanierten Altbau mit Energieklasse G oder H muss mit sehr hohen Vorlauftemperaturen arbeiten. Das reduziert die Jahresarbeitszahl drastisch auf unter 2,5 – und damit den wirtschaftlichen Vorteil gegenüber einer Gasheizung.

Lösung: Prüfen Sie zunächst, ob grundlegende Dämmmaßnahmen (Kellerdecke, oberste Geschossdecke, Fenster) sinnvoll sind. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt Ihnen die wirtschaftlich beste Reihenfolge.

Fehler 5: Unqualifizierter Handwerker

Nicht jeder Heizungsbauer hat Erfahrung mit Wärmepumpen. Falsche Einstellungen, fehlende Konfiguration des Reglers oder ein mangelhafter Anschluss können die Effizienz der Anlage um 20 bis 30 % reduzieren.

Lösung: Wählen Sie einen Fachbetrieb, der nachweislich Erfahrung mit Wärmepumpen-Installationen im Bestandsbau hat. Fragen Sie nach Referenzen und prüfen Sie Bewertungen. Ihr Energieberater kann Ihnen qualifizierte Betriebe in der Region Düsseldorf empfehlen.

Monatliche Heizkosten im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die jährlichen Heizkosten und CO₂-Emissionen für ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche (Energieklasse C/D, Baujahr ca. 1990, nachträglich gedämmt):

HeizsystemHeizkosten / JahrCO₂-Ausstoß / Jahr
Ölheizung (Bj. 2000)2.400 – 3.000 €10 – 12 t CO₂
Gas-Brennwertkessel1.800 – 2.400 €6 – 8 t CO₂
Luft-Wärmepumpe1.200 – 1.600 €2 – 3 t CO₂
Wasser-Wärmepumpe900 – 1.200 €1 – 2 t CO₂

Der Vergleich macht deutlich: Eine Wärmepumpe spart gegenüber einer Ölheizung 1.200 bis 1.800 Euro pro Jahr an Heizkosten. Bei einer Wasser-Wärmepumpe kann die Ersparnis sogar bei über 2.000 Euro liegen. Gleichzeitig reduzieren Sie Ihren CO₂-Ausstoß um 80 bis 90 Prozent – ein enormer Beitrag zum Klimaschutz.

ROI-Analyse: Wann rechnet sich die Wärmepumpe?

Die Amortisationszeit hängt von der Differenz zwischen Ihren bisherigen Heizkosten und den neuen Stromkosten für die Wärmepumpe ab. Hier zwei typische Szenarien:

Szenario 1: Einfaches Einfamilienhaus

  • Investition nach Förderung: 7.500 Euro (Luft-WP, 25 % BAFA)
  • Bisherige Heizkosten (Gas): 2.000 Euro pro Jahr
  • Neue Heizkosten (Luft-WP): 1.200 Euro pro Jahr
  • Jährliche Ersparnis: 800 Euro
  • Amortisationszeit: ca. 9 Jahre

Nach neun Jahren haben sich die Investitionskosten komplett amortisiert. Danach sparen Sie jedes Jahr 800 Euro. Wenn man steigende Gaspreise einrechnet (historisch 3 bis 5 % pro Jahr), verkürzt sich die Amortisationszeit auf etwa sieben Jahre.

Szenario 2: Wärmepumpe mit Photovoltaik

  • Investition nach Förderung: 16.000 Euro (Wasser-WP + 8 kWp PV-Anlage)
  • Bisherige Heizkosten (Öl): 2.800 Euro pro Jahr
  • Neue Heizkosten (WP + PV-Eigenverbrauch): 600 Euro pro Jahr
  • Zusätzliche Einspeisevergütung: 200 Euro pro Jahr
  • Jährliche Ersparnis: 2.000 Euro (inklusive Einspeisevergütung)
  • Amortisationszeit: ca. 8 Jahre

Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik ist besonders attraktiv, weil der selbst erzeugte Solarstrom die Betriebskosten der Wärmepumpe drastisch senkt. Im Sommer läuft die Wärmepumpe für Warmwasser praktisch kostenlos mit Solarstrom.

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Fazit: 2026 ist die beste Zeit für Ihre Wärmepumpe

Die Nachrüstung einer Wärmepumpe ist 2026 so attraktiv wie nie zuvor. Die BAFA-Förderung von bis zu 40 % senkt die Investitionskosten erheblich, steigende CO₂-Preise machen fossile Heizsysteme jedes Jahr teurer, und die Technik ist ausgereift genug, um auch in Bestandsgebäuden zuverlässig zu funktionieren.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Planung: Lassen Sie die Eignung Ihres Gebäudes prüfen, führen Sie eine professionelle Heizlastberechnung durch und stellen Sie den BAFA-Antrag unbedingt VOR der Beauftragung. Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt, maximiert nicht nur die Förderung, sondern schafft die Grundlage für eine sinnvolle, schrittweise Gesamtsanierung.

Ob Luft-Wärmepumpe für das einfache Einfamilienhaus, Wasser- Wärmepumpe für maximale Effizienz oder Hybrid-System als Übergangslösung – für jede Ausgangslage gibt es die passende Technik. Und mit einer Amortisationszeit von acht bis neun Jahren ist die Wärmepumpe auch wirtschaftlich eine solide Investition in die Zukunft Ihres Hauses.

ML

Über den Autor: Markus Lenz

Schornsteinfegermeister und BAFA-zertifizierter Energieeffizienz-Experte aus Düsseldorf. Mit jahrelanger Praxiserfahrung in der energetischen Gebäudesanierung begleite ich Hausbesitzer von der ersten Beratung über die Heizlastberechnung bis zum erfolgreichen BAFA-Förderantrag. Mein Ziel: Für jedes Haus die wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung finden.

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